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HUMANMEDIZIN

Das Schmerzgedächtnis

Der Schmerz ist ein für den Menschen lebensnotwendiges, physiologisches Phänomen. Ohne ihn würde man die Hand von der heißen Herdplatte nicht zurückziehen und sich verbrennen. Erst wenn durch Chronifizierungsvorgänge die ursprüngliche Warnfunktion des Schmerzes verloren gegangen ist, erhält der Schmerz einen pathologisch veränderten Charakter.
In der Haut, sowie in den meisten inneren Organen befinden sich Schmerzrezeptoren, sogenannte Nozizeptoren. Diese Rezeptoren leiten eine punktgenaue Information über verschiedene Schaltstellen im Rückenmark bis zum Gehirn weiter. Im Gehirn findet dann die eigentliche Schmerzverarbeitung statt. Der Schmerz wird bewusst wahrgenommen und als Erfahrung gespeichert.
So wie das Gehirn, sind auch die sensiblen Nervenzellen lernfähig. Wenn sie immer wieder Schmerzimpulsen ausgesetzt sind, verändern sie ihre Oberfläche und ihre Aktivität.

Wiederholen sich starke Schmerzsignale ständig, werden Funktion und Aufbau bestimmter Nervenzellen die sich im Rückenmark befinden, dauerhaft verändert. Die Nervenzellen werden zudem empfindlicher. Sie erinnern sich an vorangegangene Schmerzreize und signalisieren dem Gehirn auf einmal Schmerzen, obwohl keine Ursachen dafür vorliegen. Die Folge ist, dass selbst leichte Reize, wie Berührung, Wärme oder Dehnung, plötzlich als Schmerz empfunden werden. Allein die Vorstellung von Schmerzen, kann erneut zu Schmerzen führen.
 
Aus einem natürlichen Warnsignal ist eine eigenständige Krankheit geworden.
Diesem Teufelskreis entkommt ein Rückenschmerzpatient nur mit der Devise: Mobilität durch eigene Bewegung. Mit einem ganzheitlichen Behandlungskonzept in den Arzt, Physiotherapeut und Patient eingebunden sind, könnten sich selbst chronisch geplagte Rückenschmerzpatienten recht bald wieder schmerzfrei bewegen.

 

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