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Was ist die Knochenmark (bone marrow)-Therapie?

Die Verwendung von körpereigenem Knochenmark und damit auch von Stammzellen ist seit einigen Jahren in der Pferdemedizin üblich. Stammzellen haben eine Multipotenz (bedeutet die Fähigkeit sich vielfältigen Nutzungsrichtungen anzupassen), so können sie, sich auch in Sehnengewebe umwandeln. Erste Berichte zeigen, dass sich die Zellen in fast vollwertiges Sehnen- oder Bändergewebe umwandeln. Am weitesten sind die Forschungen in diesem Bereich in England, insbesondere an Rennpferden vorangeschritten. Gradmesser für den Erfolg einer Behandlung ist dabei die Rückkehr zur ursprünglichen Leistung oder eine Verbesserung derselben.

Wirkmechanismus:

Die Grundlage dieses Verfahrens bieten undifferenzierten Zellen (mesenchymalen Stammzellen), die dem Knochenmark entnommen werden. Diese sog. pluripotente Zellen können sich je nach der Umgebung in welche sie verpflanzt werden, zu verschiedenen Ziellinien der Stützgewebe, wie z.B. Sehnenzellen, Knorpelzellen und Knochenzellen differenzieren. Die Hauptanwendung findet diese Behandlungsmethode bei Bänder- und Sehnendefekten, insbesondere bei Schäden von Gleichbeinbändern, sowie vom Fesselträger und seines Ursprungbereiches.

Wie funktioniert es?

Mit Hilfe von speziellen Instrumenten wird aus dem Brustbein und seit kurzem auch aus dem Hüfthöcker Knochenmarksubstrat gewonnen.
Dann wird der Knochen mit einer speziellen Punktions- bzw. Biopsienadel eröffnet und langsam das Knochenmarksubstrat angesogen. Vorher wurde die Spritze mit Antikoagulans versetzt. Je nach Pferd und Methode können bis zu 40–60 ml gewonnen werden.

Die moderne Variante:

Das gewonnene Knochenmark wird entsprechend den Vorgaben des weiterverarbeitenden Labors gewonnen, gelagert und versandt. Zusätzlich wird auch Serum gewonnen. und mit in das Labor geschickt. Dieses wird dann als Supernatant bezeichnet und später dem Stammzellenkonzentrat zur Injektion wieder beigemischt. Im Labor wird das Knochenmark weiterverarbeitet und eine Anzüchtung der mesenchymalen Stammzellen eingeleitet. In individueller Abhängigkeit wachsen nach ca. 2 bis 3 Wochen über 1 Millionen Stammzellen mit einem Volumen von ca. 1ml heran, die dann wieder vom Labor zur Verfügung gestellt werden.

 

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